Christmas is comming
the goose is getting fat
please do put a penny in the old mans hut.
if you haven´t got a penny a ha´penny will do
if you haven´t got a ha´penny
god bless you..
Die Tage vor Weihnachten war ein einziges Chaos – infrastrukturmäßig. Doch glücklicherweise , am 24. konnte ich ohne Probleme zum Flughafen mit dem Zug fahren und von dort aus nach Dublin fliegen! Nachmittags um 3 kam ich endlich am Busbahnhof in Dublin an, wo mich Anna und Katrin mit breitem Grinsen begrüßten. Auch Axel, nach ein paar Telefonaten mit ” Wo bistn du ? Komm mal da und da hin! Ja , genau da. Wink mal . Hui Da ist Axel “ konnte mich nach ein paar Monaten wieder mal in die Arme schließen:) Jippi
In der Dämmerung ging es dann zusammen durch Dublin zu unserem Hostel. Vorbei an geschmückten Straßen und dem riesigen bunt blinkenden Weihnachtsbaum . Verwundert merkten wir , dass Axel und wir gar nicht das selbe Hostel gebucht hatten ( AAhh -deshalb konnten sich Anna mit Katrin und Axel gar nicht im Hostel begegnet sein
Doch glücklicherweise waren unsere Hostels auf der selben Straße.. – und doch so verschieden.
Wie sich herausstellte gibt es ” Sunshine -Hostel” Unser Absteige: Abblätternde Wandverzierungen, unhygienische Sanitäranlagen und Mitarbeiter , die das mit kein-Alkohol-im-Hostel-Gesetz nicht so ernst nehmen.
Axels Luxuskabiene: schön bunt bemalte Wände, Schließfach, nette Rezeption, Internetzugang und Ruhe
Da die drei schon einen Tag vorher angereist sind, bezog ich schnell mein Bettchen und unser Christmas Eve kann beginnen:)
Ich bin echt sau frech und geb mal aus Sicht meines Bruders Weihnachten 09 ( aus seinem Blog ) wieder:
Es war ein Heiliger Abend wie ich ihn noch nicht erlebt habe. Nicht unbedingt extrem spannend aber eben anders, geschuldet der Tatsache ihn einmal nicht mit der ganzen Familie verbracht zu haben.
Sophie kam gegen 5 p.m. am Busbahnhof an. Dort traf ich auch endlich einmal auf ihre beiden Freundinnen. Sie waren auch schon seit gestern in Dublin. Meines Wissens nach sollten wir uns alle im gleichen Hostel eingebucht haben. Ich hatte Sie dort aber noch nicht entdeckt. Schnell, aber dennoch beilaufig, stellte sich heraus, dass ich mich aufgrund eines innergeschwisterlichen Kommunikationsfehlers in einem anderen Hostel untergebracht habe! Immerhin aber auf der gleichen Strasse, was auch etwas Licht in die Entstehungsgeschichte der Verwechslung bringt.
Als ich dann voll bepackt vom einkaufen an meinem Hostel ankam warteten sie davor schon auf mich. Da wir ja nun doch nicht in einem Hostel sind, mussten wir ueberlegen wie wir die ganze Weihnachtsschose nun organisatorisch gestalten. Zunaechst und unerlaubterweise schleusste ich die Meute an der Rezeption vorbei und zeigte ihnen mein Zimmer und die Aufenthaltsraeme. Dabei wurde mir versichert, dass ich ein wahnsinnig tolles Hostel abbekommen habe. Tatsaechlich. Ganz im Gegensatz zu ihrer Absteige, so hiess es. Nichts desto Trotz beschlossen wir in ihrem Hostel zu kochen. Nach einem abendlichen Spaziergang entlang O’Connell Street schlichen wir wir uns die steilen Treppen des Shining Hostels hinauf. Als wir schon an der Rezeption vorbei waren, krakelte eine aufgeregte Rezeptionistin hinter mir her. Ob ich denn hier gebucht haette? “Nej!”. “No visitors allowed!!”. “Shite!!!”. Kurze Absprache unter den Gesetzesbrechern. Beschluss: wir versuchen es eben bei mir. Ich ging hinunter, grinste die gute Frau noch einmal breit an und rauchte eine Zigarette an der Strasse, waehrend die Maedels ihre Kochzutaten und Geschenke aus dem Zimmer holten.
Ich beschloss, die Horde nicht noch einmal einfach so durchzuschleussen und stattdessen den netten Rezeptionisten meines Hostel unsere ach so tragische und unglueckliche Situation zu schildern und zu fragen ob wir denn nicht hier die Kueche benutzen duerfen. Schliesslich ist doch Weihnachten! Da er wie schon gesagt nett war, liess er uns gewaeren, solange sie nicht mit aufs Zimmer gehen! (Hm.. kein Problem, da waren sie ja schon:))
Es gab deutsche Kloesse, irische Huehnchenbrust, internationales Gemuese. Lecker und saettigend!
Mit uns in der Kueche, jedoch sein eigenes Sueppchen kochend, war einer meiner italienischen Zimmergenossen. Ein netter alter Mann mit Gebissruine und eher schlechten Englischkenntnissen. Stirnrunzelnd schaute er in den grossen Topf mit Kloessen. Wir gaben ihm einem zum Probieren. Irgendwie schien es ihm nicht ganz geheuer. “Potato??”. Wir hatten vergessen zu salzen und ihm hat es, wohl deshalb, nicht geschmeckt. Wir wuerzten nach.
Nach dem Aufwaschen setzten wir uns in den schoenen grossen Aufenthaltsraum mit Weihnachtsbaum und machten Bescherung. Die mitgebrachen Geschenke wurden ausgepackt und Weihnachtsfeeling blitzte fuer einen Moment durch den Raum.
Nachdem wir zusammengepackt hatten, kam der Rezeptionist in den Raum und nahm mich beiseite, to talk for a minute. Oh oh was hab ich getan? Waren wir zu laut? Mit ernster Mine stand er vor mir. “Deine Schwester und ihre Freunde duerfen gern bis morgen frueh um 8 hier in den Aufenthaltsraeumen bleiben, aber dann muessen sie raus weil das der Boss nicht gern sieht!” Ein netter Kerl. Ich glaube er dachte wir haben uns unter Druck setzen lassen und die Bescherung notgedrungen schon am Abend machen muessen, waehrend das hier bekanntlicherweise ja erst am Weihnachtsmorgen ueblich ist. Ich bedankte mich hoeflich mit der Bemerkung, dass es doch nicht noetig sei. Das brauchte ich nicht. “Hej, it’s Christmas!”, he said straight-faced.
Da kam noch meine neue Zimmergenossing Leylani aus Australien zur Tuer herein, ne Flasche Wein in der Hand und schon reichlich angenascht. Kurzer smalltalk und Sophie vorgestellt.. nu gut.
Halb 10 gingen wir in die St. Mary’s Pro-Cathedral, die Kathedrale direkt neben meinem Hostel. Zur Weihnachtsmesse. Das erste mal, dass ich einen Katholischen Gottestdienst erlebe. Dabei hat man als protestantischer Besucher im erzkatholischen Irland schon irgendwie ein komisches Gefuehl im Magen. Vor Allem wenn man bedenkt, dass sich nicht nur im Norden der Insel bis vor kurzem noch immer wieder Menschen umgebracht haben – obwohl aus eher politischen Motiven aber dennoch unter dem Deckmantel der konfessionellen Diversitaet. Irgendwie hatte ich jedenfalls nicht das Gefuehl jetzt aufzustehen und laut zu rufen: Huhu, I’m Protestant!
Zunaechst gab es tolle Musik (Christmas Carols und Auszuege aus Heydns Nelson Mass), dargeboten vom Palestrina Choir und dem Orchestra of St. Cecilia. Dann die Messe. Wahnsinn was diese Katholiken fuer ein Zeremoniell vollziehen. Boah sowas ist man vom lockeren lutherischen GoDi nicht gewoehnt. Aber sehr interessant und auch irgendwie amuesant. Dann die Predigt von Archbishop Diarmuid Martin, welche aus zweierlei Gruenden mein Interesse weckte. Zum Einen begann er seine Rede mit einer Entschuldigung. Es ging um die schrecklichen Vorfaelle und Enthuellungen, die sich in der Irischen Katholischen Kirche in diesem Jahr ereigneten. Selbst durch die deutschen Medien ging ja die Nachricht von grossflaechigen Vertuschungen von sexuellem Missbrauch innerhalb der Irischen Kirche. Na jedenfalls fand ich es schon sehr interessant in diesem direkten Zusammenhang davon zu hoeren.
Das andere Interessante war die Weise des Vortragens. Nach den ersten Worten konnte ich mich fast schon nicht mehr halten. Warum? Ihr kennt doch sicher Mr. Bean, ja? Da gibt es eine Szene in der er in der Kirche waehrend der Predigt so elegent wegpennt. Und die im Hintergrund brabbelnde Stimme des Pastors klang wie beim Erzbischof.
Mr. Bean – Asleep in Church (YouTube)
Soviel dazu. Also wie gesagt, ein anderes aber nicht minder schoenes Weihnachtserlebnis. Danach ging jeder in sein Hostel. Ich legt mich alsbald auch schon in die Koje, hoerte noch etwas Musik und danach der Australierin beim Schnarchen zu. Merry Christmas!
Am nächsten Tag, dem Christmas Day , wollten wir uns alle am Trinity College. Dublins Strassen waren wie leergefegt. Nur hier und da ein paar schlendernde Locals und fotografierende Asiaten. Am College war kein Schwein, das Handy konnte keine Verbindung zu Sophie herstellen. Es begann zu regnen.
Ich ging zwei mal jeweils zur einen und zur anderen Haelfte um das College-Gelaende herum. Klasse. Als ich einmal mehr am vorderen Hauptportal ankam entdeckte ich die drei bunten Gestalten auf der anderen Strassenseite. Wir gingen in eines der wenigen Cafès die an diesem Tag geoeffnet hatten. Lachten viel. Dann liefen wir zum verstaerkt mittelalterlichen Stadtkern und schauten uns, wenn auch nur von aussen, Christ Church und St. Patricks Cathedral an. Die Zeit verging, der Regen nicht.So gingen wir zurueck in unsere Hostels.
Diesmal sollten die Maedels mal recht nett anfragen ob ich nicht abends zum Kochen vorbeikommen kann. Und mit dem entsprechenden Mass an Charme klappte auch das.
Die Küche platzte fast aus allen Naehten. Zwei aeltere Mutteln richteten grad fuer eine groessere Gruppe eine Art Festmahl an. Keine Ahnung wie die alle zusammenhingen. Komische Gestalten. Jedenfalls war Kochen grad nicht moeglich.So gingen Sophie und ich Spazieren, Katrin und Anna blieben im Hostel und versuchten Herdplatten zu besetzen:) Wir liefen hinunter zum River Liffey, dem entlang ostwaerts. Als wir wieder im Hostel ankamen war das Chaos noch groesser als vorher. Die betagten Ladies noch immer am vorbereiten des Mahls, unsere Friends zusaetzlich schon an den Herdplatten zugange. Geplant: Roster, Kartoffeln, Erbsen:) Aber warum, und das frage ich mich wirklich, lagen die Wuerstchen schon braun in der Pfanne, die Erbsen schon ganz breiig in einem kleinen Topf, die Kartoffeln aber noch ungekocht in einem Abtropfsieb? Schon ne etwas eigenartige Abfolge. Letztlich natuerlich weniger schlimm als gedacht. Eine halbe Stunde spaeter waren auch die Kartoffeln essbar. Die bunte Gesellschaft hatte uns zu Liebe einen Blitz-Aufwasch hingelegt und die Esstische frei gemacht. Wir speisten, tranken Cider und Weisswein. Von den Ladies bekamen wir als Entschaedigung fuers Warten, Obst und Kekse. Die waren echt lustig, warfen die ganze Zeit nur mit Kosenamen um sich (“Sweetheart”, “My Love”, “Precious”, etc..) Typisch britisch und herzerweichend komisch.
Die Tussie von der Rezeption sagte: “Der Typ muss bis um 10 raus sein!”. Also verabschiedete ich mich zu verabreichter Zeit. Dabei umging ich auch den Abwasch. Ha.
So nun wieder mein Part:) Danke Axel, dass ich mir das ersparen konnte zu tipseln. Am 26. waren wir noch mal fein die Stadt erkunden. Vom vielen rumwatscheln ließen wir uns in einem Starbucks nieder. Wir hatten einen super Blick auf Dublins Shoppingstraße Nr.1 und wunderten uns ab und zu köstlich über den derzeitigen Modetrends : uafgetorkelte Weiber in Joggingsachen oder (Zitat Katrin: in kurzen Röckchen – oder waren es verbreiterte Gürtel und Sandalen). Ich mein es ist ja nicht Winter!
Abends mussten wir natürlich auch mal schick zum Essen ausgehen ins Hardrockcafe:) – Ist ja zum Glück gaar nicht überteuert!

Nachts hatte es Axel mit seiner schnarchenden Mitbewohnerin genauso wenig einfach wie wir mit unserem lauten Trampeltier aus Australien. Ramms. Geht nachts um 5 die Tür auf. Ramms, knallt die Tür ausversehen wieder zu. Wumpel de Pumpel , trampel, trampel stapft sie durch das Zimmer zu ihrem Bett und wurschtelt stundenlang in ihrem Plastikbeutel herum und holte ihre Spirituosen raus. Natürlich wachten wir jede Nacht von ihr auf und ärgerten und grün und blau in unsere Bettdecken rein . Meine Wut konnte ich irgendwann nicht mehr zurückhalten und fragte, ob sie nicht ein bisschen leiser machen könnte. Sie ist ja schließlich nicht die Einzige in dem Zimmer. Zurück kamen Beschimpfungen und ein: ich versuchs doch schon:)
Axel musste leider schon am 27. 12. in aller Frühe zum Flughafen , um seinen Flug zu ergattern… Mein Flug ging erst abends, also war noch ein bisschen Zeit , mit der Dartbahn nach Bray südlich von Dublin an die Küste zu fahren:)Feine Sache ! Der Strand erinnerte mich manchmal an den, von England. Wunderschön. Im eisiger Wind wanderten wir am Steinstrand entlang. Anna , welch ein Glückspilz, fand ein Haifischei. Hui wie niedlich:)
Was für ein schöner Abschluss! Vielen Dank Pseudokerstin, Anna und Aggi für die schönen Weihnachtstage <3
Award für den besten Satz der “Woche ” für:
” Ich habe einstimmig beschlossen….”

































































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